Ist einer uns’rer Brüder dann geschieden, vom blassen Tod gefordert ab,
so weinen wir und wünschen Ruh’ und Frieden in uns’res Bruders kühles Grab.
Weinet und wünschet Ruhe hinab, in unsers Bruders kühles Grab.
Landesrat a. D. 𝗗𝗿. 𝗕𝗿𝘂𝗻𝗼 𝗛𝗼𝘀𝗽 𝘃/𝗼 𝗡𝗲𝗻, ein großer Tiroler und treuer Bundesbruder unserer Laurins Tafelrunde, wurde am 12. Juli 2023 zu unserem Schöpfer heimgerufen.
Seine Verdienste um das Überleben der deutschen und ladinischen Volksgruppe in Südtiroler, die Bewahrung und Fortentwicklung der Tiroler Tradition in unserer Heimat, sein weitblickender Einsatz für eine werteorientierte Kulturpolitik, deren Grenzen nicht am eigenen Tellerrand liegen sollten, bleiben unvergessen.
Aber auch seine Verdienste um das Couleurstudententum in unserer Heimat sollen gewürdigt werden – denn Bbr. Nen, der seine couleurstudentische Heimat im Jahr 1996 in der Laurins Tafelrunde fand, war ein begeisterter Korporationsstudent.
Bbr. Nen fand zur Laurins Tafelrunde über seinen Sohn Matthias, unseren unvergessenen Bundesbruder Caligula, der als Oberschüler unserer Verbindung beitrat. Sein Vater, damals Landesrat für deutsche Schule und Kultur, unterstützte seinen Sohn dabei und es entwickelte sich sehr schnell ein enges freundschaftliches Verhältnis zu den Alten Herren der LTR, aber auch – und das war das besondere Kennzeichen Bbr. Nens – zu den jungen Aktiven. Der Politiker Bruno Hosp fand Gefallen an den prinzipientreuen und werteorientierten Grundhaltungen der Laurins Ritter, die er in seiner politischen Laufbahn geradezu vorbildhaft umsetzte – ein weltoffener Tiroler, heimat- und volksverbunden und offen für die Herausforderungen der Zeit, so war unser Bbr. Nen, der im Rahmen des 90. Stiftungsfestes im April 1996 mit der Ehrenmitgliedschaft der Laurins Tafelrunde ausgezeichnet wurde.
Das enge freundschaftliche Verhältnis, das Bbr. Nen mit jungen und junggebliebenen Mitgliedern unseres Bundes pflegte, war beispielgebend: Nen war regelmäßiger Gast bei den Verbindungsveranstaltungen, wo er aufgrund seiner Erfahrung und seiner Lebensweisheit ein gefragter Redner, aber auch geschätzter Ratgeber in allen Lebensfragen wurde.
Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass die Laurins Tafelrunde ab dem Wintersemster 1997/1998 über eine eigene Bude in den Räumlichkeiten des Eucharistinerklosters in der Rauschertorgasse in der Bozner Altstadt beziehen konnte – ohne Bbr. Nen wäre dies niemals möglich gewesen.
Auch nach seinem Ausscheiden aus der aktiven Politik blieb Bbr. Nen der Laurins Tafelrunde engstens verbunden und hat durch sein persönliches Engagement den Grundstein gelegt für die enge Freundschaft mit der Schülerverbindung SV! Ernestina zu Coburg, die wir bis heute pflegen.
Die Laurins Tafelrunde verliert mit Bbr. Nen einen engagierten, treuen Bundesbruder, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden und nehmen Anteil am tiefen Schmerz, den seine liebe Familie, Inga und Tochter Julia mit Familie durch seinen zu frühen Heimgang erlitten haben.
Fiducit, Bbr. Nen! Du bleibst unvergessen – Litteris et amicitiae!
